Schlagwort-Archive: Yvonne Zeich

Obenuntentagebuch

Yvonne Zeich

Ein Leserbrief aus Essen: „Es ist eine Riesensauerei, dass wir Verbraucher jetzt über höhere Wasserpreise die Nitrat-Belastung des Grundwassers zahlen sollen. Hier gehört konsequent das Verursacher-Prinzip angewendet! Und nicht erneut, wie bei Banken- und Dieselkrise, die Sozialisierung der Verluste. Die Gesetze sind so zu verschärfen, dass alle, die wissentlich (!) gesundheitliche Risiken durch Überdüngung in Kauf genommen haben, in den Knast wandern, ebenso die Behördenmitarbeiter, die das gedeckt haben. Alle Übrigen müssen durch strengere Gesetze, Hilfe bei der Umstellung des Düngeregimes und Aufklärung auf den korrekten Weg gebracht werden. Vor allem aber muss die völlig korrupte und unter ökologischen, Gesundheits-, Kulturlandschafts- und Bauernhofgesichtspunkten völlig verfehlte rein quantitative Subventionspolitik gestoppt werden und auf den Müllhaufen der Geschichte. Dass ich mit meinen Steuern eine völlig verfehlte Agrarpolitik mitfinanzieren muss, die mich tendenziell vergiftet, und jetzt auch noch die Folgen in Form eines erhöhten Wasserpreises zahlen soll, ist ein Skandal, Deshalb hiermit: Aufruf zum Volksaufstand und Steuerstreik!“

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Gesund oder krank

Yvonne Zeich

Ein Leserbrief aus Eggenfelden: „Wenn man im fortgeschrittenen Alter einige Kilo zu viel auf die Waage bringt, braucht man gar nicht mehr zum Arzt zu gehen, Aufgrund seines Gewichtes ist man an jeglichem Leiden selbst schuld. Es gibt Personen, die in ihrem Leben Wichtigeres zu tun hatten, als ihren Body zu stylen. Selbst wenn bei Vorsorgeuntersuchungen das Blutbild in Ordnung und man leistungsfähig ist, wird man auf seinen BMI reduziert. Von seiner Größe hängen die infrage kommenden Krankheiten ab. Sollten die Humanmediziner heute besser mit Maßband und Waage statt mit Stethoskop dargestellt werden? Gehe ich mit meinem Kater zum Tierarzt, untersucht er, ob das Tier vital ist, ob Fell und Schleimhaut in Ordnung sind. Immer fragt er, ob das Tier frisst. Sagt man als Mensch, man esse mit Appetit und Freude, dann ist das gleich schon pathogen. Sind Tierärzte heute besser ausgebildet als Humanmediziner?“

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Obenuntentagebuch

Yvonne Zeich

Ein Leserbrief aus Schriesheim: „Es ist dringend an der Zeit, die Stimme zu erheben gegen diesen Raubtierkapitalismus, der nur dem Profit der Banken und Konzerne verpflichtet ist, weite Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge kommerzialisiert und sich in menschenverachtender Weise gegen die Bürger richtet. Doch hier beginnt das Problem: Während in südlichen Ländern mehrere hunderttausend Menschen auf die Straße gehen, kann man hierzulande froh sein, wenn sich gerade mal 25 000 Menschen engagieren, während ein einziges Fußballspiel 50 000 Leute mobilisiert und der doppelte Titelgewinn eines Bundesligavereins von 260 000 Menschen bejubelt wird. Als Teilnehmer der genehmigten Blockupy-Demonstration am 19. Mai in Frankfurt habe ich erlebt, wie schwierig es ist, ein paar Leute zum Mitmachen zu motivieren.
Das Motto seit Urzeiten: Gib dem Volk Brot und Spiele. Mit dem Brot könnte es zwar in absehbarer Zeit kritisch werden, aber Spiele gibt es immer. Schuhmacher, Vettel & Co starten im repressiven Bahrain, zahlen ihre Steuern im günstigeren Ausland, und unsere völlig entpolitisierte Fußballnationalmannschaft wird nun in einer Diktatur unter der Regie eines korrupten Fußballweltverbandes dem Ball nachjagen. Der deutsche Michel aber sitzt im Garten vor dem Fernseher, den Grill neben sich und ruft wieder bierselig >Dschland<. Es gäbe noch viel zu sagen."

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