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Im Krankenhaus

Sankt Neff

Ein Krankenzimmer, drei Männer drin,
drei Männer drin in drei Betten,
alle drei alt, alle drei schwach,
können sich kaum mehr bewegen,
drei kranke Männer, Kopfhörer auf,
schauen auf einen Bildschirm,
auf dem sind junge Frauen zu sehn,
insgesamt zweiundzwanzig,
spielen Fußball und werden beschaut
von drei kranken Männern mit Kopfhörern auf.

Einmeterzweiundachtzig

Sankt Neff

Hier oben ist mein Kopf,
dort unten ist mein Fuß.
Er scheint mir etwas fremd,
ich schick ihm einen Gruß.

Der Fuß grüßt mich zurück,
erzählt mir meine Hand.
Ich glaub, mein Fuß und ich,
wir sind jetzt gut bekannt.

Himmelskörperbeleidigung

Sankt Neff

„und die Sonne
kocht auch nur mit Wasser
die soll sich nicht so aufspielen
die gelbe Sau“
(PeterLicht, Lied gegen die Schwerkraft)

Das Sonnenlicht fällt punktgenau
auf die vereiste Pfütze.
Die spiegelt dann die gelbe Sau
knapp unter meine Mütze,
dorthin wo meine Augen sind,
die fühlen sich geblendet.
Werd ich jetzt auf der Stelle blind,
dann hat mir Gott gesendet
die Strafe für den Tatbestand
der Frechheit vor dem Herrn:
Hab seine Sonne Sau genannt –
das hört er echt nicht gern.

Ein Leichtes

Es klingt schon ein bißchen ausgedacht,
so pittoresk und so schön.
Ich hab es aber nicht selbst gemacht,
ich hab es nur selbst gesehn.

Ein Paternoster bummelte
nach oben, nahezu leer.
Wiewohl er leis knarrend grummelte:
Er hatte es gar nicht so schwer.

Links hinten unten stand – pardon! –
links hinten unten lag
ein knalloranger Luftballon,
erleuchtete mir meinen Tag.

Das war es auch schon. Das reicht, finde ich.
Will nicht unnötig Worte verliern.
Der Luftballon liegt – pardon! – steht für sich.
Hier gibts nichts zu interpretiern.