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Kalter Abend im November

Sankt Neff

Es war ein kalter Abend im November.
Ich lief leicht fröstelnd durch Charlottenburg
und mußte eine Stunde überbrücken.

So suchte ich das Warme und ich fand es
in einem angesagten Restaurant.
Bestellte Hühnersuppe,
bestellte Ingwertee
bei einer furchteinflößend schönen Kellnerin.

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Im Krankenhaus

Sankt Neff

Ein Krankenzimmer, drei Männer drin,
drei Männer drin in drei Betten,
alle drei alt, alle drei schwach,
können sich kaum mehr bewegen,
drei kranke Männer, Kopfhörer auf,
schauen auf einen Bildschirm,
auf dem sind junge Frauen zu sehn,
insgesamt zweiundzwanzig,
spielen Fußball und werden beschaut
von drei kranken Männern mit Kopfhörern auf.

Einmeterzweiundachtzig

Sankt Neff

Hier oben ist mein Kopf,
dort unten ist mein Fuß.
Er scheint mir etwas fremd,
ich schick ihm einen Gruß.

Der Fuß grüßt mich zurück,
erzählt mir meine Hand.
Ich glaub, mein Fuß und ich,
wir sind jetzt gut bekannt.

Himmelskörperbeleidigung

Sankt Neff

„und die Sonne
kocht auch nur mit Wasser
die soll sich nicht so aufspielen
die gelbe Sau“
(PeterLicht, Lied gegen die Schwerkraft)

Das Sonnenlicht fällt punktgenau
auf die vereiste Pfütze.
Die spiegelt dann die gelbe Sau
knapp unter meine Mütze,
dorthin wo meine Augen sind,
die fühlen sich geblendet.
Werd ich jetzt auf der Stelle blind,
dann hat mir Gott gesendet
die Strafe für den Tatbestand
der Frechheit vor dem Herrn:
Hab seine Sonne Sau genannt –
das hört er echt nicht gern.