Schlagwort-Archive: Michael Rutschky

Schein und Wirklichkeit

Michael Rutschky

Christiane Spangenberg, freie Kuratorin, präsentiert Kunstwerke, die keine sind, sondern nur so ausschauen, als wären es welche (Schein). Bei den Künstlern handelt es sich bislang um Dirk Bickel, der als Maler, und Rosemarie Cieslak, die als Bildhauerin gelten muss; Jane Gerhardt arbeitet ausschließlich mit Naturgebilden („no hands“), William Iser mit Texten unter dem Aspekt ihrer Bildhaftigkeit, Körperlichkeit. Versteht sich, dass diese Künstler nur zum Schein, nicht in Wirklichkeit existieren. Das gilt auch für ihre Kuratorin.

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Das Merkbuch – Eine Vatergeschichte

Michael Rutschky

„Es ist zunächst einmal gewiss das originellste Buch der Saison“, schreibt Alexander Camann in Die Zeit über „Das Merkbuch – Eine Vatergeschichte“ von Michael Rutschky. Christian Schröder schreibt im Tagesspiegel:  „…es ist die anrührende Erinnerung an einen Mann des Jahrgangs 1893, der schon zu alt war, um noch persönlich vom Wunder des deutschen Nachkriegsaufschwungs profitieren zu können. Vor allem aber ist es so etwas wie ein Entwicklungsroman, eine Art Éducation sentimentale in den Kulissen des Wiederaufbaus.“ In der Frankfurter Rundschau erkennt Ruth Fühner in dem Merkbuch eine „echte Hommage“ und „Liebeserklärung“ an den Vater. (siehe Perlentaucher-Rezensionsnotizen).

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Weitere Pressestimmen: taz

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Die Maulwürfe unten

Michael Rutschky

Der junge Mann / der alte Mann

Michael Rutschky

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Dies ist der Fall, anhand dessen das Schema einst/jetzt die größte Plausibilität gewinnt, der individuelle Lebenslauf. Der alte Mann, den Sie unten sehen (jetzt), sah einmal so aus, wie der junge Mann oben (einst), und es besteht kein Zweifel, wer besser aussieht, nicht wahr. Einst war man hübsch und cool, jetzt ist man „uffjedunsen“ (Max Goldt) und hat Tränen in den Augen vor Wut (wenn man das Bild des jungen Mannes, der man einst war, betrachtet). Was von einst nach jetzt abrollt, das ist ein Prozess des Verfalls, der im Tod der Person endet, womit der individuelle Lebenslauf abschließt. Wenn der Tod eintritt, wird der individuelle Verfall so weit fortgeschritten sein, dass man das Ende begrüßt.

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Sakralisierung

Michael Rutschky

Die Geschichte tritt in unterschiedlichen Formaten in Erscheinung, mal größer, mal kleiner. Zu keiner weithin strahlenden Geltung brachte es der Weidendamm, wo die Behörde eine Reihe von Bäumen fällen ließ, um für das neue Busterminal Platz zu schaffen. Die Anwohner druckten mittels ihrer Computer eine Serie von Plakaten, auf denen sie die Behörde beschimpften. Der schlimmste Verdacht war merkwürdigerweise: dass die Behörde die Bäume in Vorbereitung der Landesgartenschau fälle, die diesen Sommer ansteht. Man kann voraussagen, dass die Bürger die Schau massenhaft besuchen werden – aber jetzt, wo die Bäume wie gewohnt dastehen in meinem Quartier, erhöht man sie zu einem heiligen Hain, weil sie entfernt werden sollen.

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