Schlagwort-Archive: Igor Arslan

Schein und Wirklichkeit

Igor Arslan

In der Süddeutschen Zeitung vom 23. Juli 2019* schreibt Willi Winkler auf Seite 3 über die Tagebücher von Michael Rutschky, dass „ein Requiem für das letzte Fin de siècle“ entstanden sei. Der Selbstmord des Herausgebers des letzten Bandes und Freundes, Kurt Scheel, lässt sich darin einfügen. „Schlichten Gemütern“ könne einfallen, er habe sich aus Gram über das, was er über sich lesen musste, das Leben genommen.  Oder: „Kurt Scheel, ‚mutterseelenallein‘ ohne ihn (Michael Rutschky), wie Ina Hartwig meint, seine ‚Witwe‘, wie andere sagen, er starb ihm bald nach. Ein qualvoll langer Suizid.“

So wird der selbstbestimmte Tod Kurt Scheels, der die Kränkungen des Freundes melancholisch-ironisch hinnahm, allmählich zur Legende, er habe den Verrat nicht ertragen oder ohne den Freund nicht leben können und post mortem zum düsteren Triumph Michael Rutschkys über den Freund. Die Erzählung ist stärker als der Bericht, hätte Michael Rutschky wohl kommentiert und ein Schema ausgemacht.

*Online-Artikel vom 22.07.2019 hinter der Pay-Wall

Lebensraum – immer bedroht!

Igor Arslan

Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung. Doch betrachtet man unseren Lebensraum näher, so mehren sich die Zweifel. Eine Expedition muss klären, wie gefährdet Stadt und Natur durch den unkontrollierten Eingriff des Menschen wirklich sind. Wir chartern ein Boot und machen uns auf die Reise.

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Ihr Geburtstag

Igor Arslan

25 – natürlich ist sie nicht alt; selbstverständlich nicht mehr jung. Trotzdem steht da Kroko Doc auf dem Tisch, neben Bier und Küstennebel. Freundinnen sind schon Mütter, Freunde Väter. (Fast) Alle sind da, auch auf Krücken, um mitzufeiern. 25 –  morgen guckt sie sich die Fotos an und blickt zurück. In fünf oder 50 Jahren ist dieser Moment gereift wie ein guter Wein. Herzlichen Glückwunsch!

52°29’56.4″N 13°18’26.9″E

Igor Arslan

Es ist Nacht. Kinder und Erwachsene bevölkern die Straßen. Während sich die Älteren amüsieren, trinken und tanzen, gehen die Jüngeren sehr ernsthaft und konzentriert anderen Beschäftigungen nach. Kaum haben sie etwas gezündet, können sie es gar nicht erwarten, erneut ans Werk zu gehen. Gelegentlich zündeln die Großen mit, umarmen und küssen sich aber auch – eine Idee, auf die die Kleinen nie kommen würden. Es gibt Spannenderes und Wichtigeres zu tun in dieser Nacht.