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Mexiko

Falko Hennig

Von Mexiko Stadt führte mich ein Workshop, den ich vor aufgeweckter Schülerschaft in der Automobilbauerstadt (VW) Puebla geben durfte, eine Stunde Busfahrt nach Süden. Nachbarstadt von Puebla ist Cholula und der Deutschlehrer Daniel Stancke fuhr uns dorthin, wo oben und unten auf besondere Weise von der Geschichte zeugen.

Landkarte - © Falko Hennig
Denn dort auf einem Berg, ein wenig an die Festung Königsstein erinnernd, befindet sich eine besondere Kirche, es ist die Nuestra Señora de los Remidos.

Kirche auf dem Berg - © Falko Hennig
Auf halber Strecke nach oben könnte man sich mit gerösteten Heuschrecken stärken, wenn man nicht bis über den Hals in kulturellen Vorurteilen stecken würde.

Heutschrecken - © Falko Hennig
Ganz oben wird der Ausblick von einheimischen Liebespärchen gern genutzt.

Liebespärchen - © Falko Hennig
Und natürlich von Touristen für Fotos.

Engel - © Falko Hennig
Besonders in der Abendstunde sind die Schatten für Narzissten wie mich zu verlockend. Die Sonne senkt sich, aber was diese Kirche auf dem Berg so besonders macht, kann man von ihr oben nicht sehen, dazu muss man wieder hinuntersteigen.

Schatten - © Falko Hennig
Denn die Kirche befindet sich in einem Berg, in dem die größte Pyramide der Welt, die von Tepanapa, verbuddelt ist. Cortez und die bösen Spanier haben, nach der großen Gastfreundschaft, die sie 1519 in der damaligen 100000-Einwohner-Stadt genossen, erst 5000 Frauen und Kinder abgeschlachtet, was die Azteken durch die sinnlose Grausamkeit überraschte. Später sahen die Konquistadoren ihren Ehrgeiz darin, die Kulturzeugnisse der Unterlegenen möglichst umfangreich auszumerzen. Jedenfalls waren sie so fleißig, dass sie es schafften, die Pyramide innerhalb von 30 Jahren mit Erde zu bedecken, um auf ihrer Spitze die Nuestra Señora de los Remidos zu bauen.

Pyramide im Berg - © Falko Hennig
Am nächsten Tag führte mich Eva Hackenberg vom Goethe-Institut Mexiko Stadt durch die Pirámidas de Teotihuacán, dort fotografierte ich eine antike Variante des Bunjeejumpings, nur dass die Einheimischen nicht springen, sondern sich Flöte spielend und kopfüber kreisend nach unten abseilen.

Abseiler - © Falko Hennig
Ich stieg die Pirámide del Sol hoch, sie hat fast exakt die gleiche Grundfläche wie ihre ägyptische Schwester von Cheops.

Pyramide von unten - © Falko Hennig
Auf verblüffende Art ist die moderne Sicherheitstechnik getarnt.

Tarnung - © Falko Hennig

Die großzügigen Stufen laden zur Aussicht.

Schöne Aussicht - © Falko Hennig

Auf der obersten Fläche werden von den Einheimischen kleine Glaspyramiden nach oben gehalten, das bringt Glück.

Oben - © Falko Hennig
Danach lud mich Frau Hackenberg noch zum Essen in ein unterirdisches, fußkaltes, 1906 gegründetes Grottenrestaurant in der Nachbarschaft ein, wo ich Chili con carne nach einem Rezept von 1929 aß und zwei Bier trank, was dazu führte, dass ich auf der Rückfahrt nach Mexiko-Stadt ziemlich schnarchte.

Ganz unten - © Falko Hennig

Ostafrika, oben und unten, Juni 2008

Falko Hennig

Oben. Ich habe mir mein Leben nicht wirklich geplant, aber doch relativ systematisch zu einer Existenz als Schriftsteller und Vortragsreisender ausgebaut. Im Juni 2008, als die Fußball-Europameisterschaft ihren Höhepunkten zustrebte, konnte ich nach Nairobi in Kenia und Dar Es Salaam fliegen, um dort Workshops über Lesebühnen und Literaturmarketing zu halten.

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