Archiv der Kategorie: Uncategorized

Immer wieder Halloween

Sandra Kellein

IMG_0154

Die zunehmend sexualisierten Aliens im Zuge der allgemeinen Retro-Moden begann manche bereits vor Halloween 2014 und seinen üblichen Kürbissen, mitsamt all ihren vielfältigen und manchmal wunderbar vulgären Rundungen, zu irritieren. Schließlich hatte schon 1975 mit der Verfilmung der Rocky Horror Picture-Show von Richard O´Brian ein Höhepunkt stattgefunden, der im Glam-Rock fast wieder im Sande zu verlaufen drohte und als Zitat und mehr und mehr zerfasert, später weiter den Pop bereicherte.

Weiterlesen

Itching my Scratches

Hilmar Schmundt

Verdammt, nun bin ich links unten überholt worden. Plötzlich fühle ich mich reaktionär. Schuld ist die Ausstellung „Scratches“ in der ehemaligen Bötzow-Brauerei. Seit Jahren bilde ich mir etwas darauf ein, so etwas wie ein Straßenkunstfreund zu sein, ein Connoisseur von Graffiti, Pochoirs, Sgraffito, Kinderkritzelen an Hauswänden. Ich genieße es, am Tresen auf der Seite der künstlerischen Subversion einzunehmen. Wenn jemand über die Schmierereien klagt, verteidige ich Graffiti als antikommerzielle Wiedereroberung des Stadtraums. Und ich weiß, dass ich damit auf der Seite richtigen Seite der Kunstgeschichte stehe, zusammen mit Norman Mailer, Banksy und der Gang aus den Höhlen von Chauvet.

Weiterlesen

nature fast morte

Sandra Kellein

DSCI0008 - Arbeitskopie 2

Im Schöneberger Ententeich trotzt seit ungefähr sechs Monaten ein mittelgroßer Goldfisch mit erheblichen Verletzungen dem Hecht, Reihern, unlängst auch dem Eis. Seine Artgenossen, darunter ein Koi-großes Exemplar, das ein Vater mit seiner Tochter `Dickie´ taufte, scheinen inzwischen auf Abstand zu gehen. Gestern schwebte der Fisch mit kaum wahrnehmbarer Bewegung der Flossen über einer Zeitung, heute neben einem Lieferschein. Zentimeter weiter, reglos, ein Junghecht. Derzeit wartet Autorin K. auf die ersten Sportangler, mit oder ohne EasyJet. Die Hechte waren auch hierher gelangt, als Fischlaich an Vogelkrallen.

Kunststoff im November

Sandra Kellein

Manche trägt man mit den Füßen vielleicht hinaus, andere schiebt man hier einfach so hinein. Heute zum Glück aber nur Puppenjungs, fand Autorin K. zunächst, um dann aber wunderweise an jedem der Beine belebende Eigenheiten zu entdecken. Das, während eine Asiatin Meter weiter in der Halle vor einem improvisierten Altar ihre Andacht verrichtete und ein Hund trotz der schlechten Luft und den speziellen Ausdünstungen der textilen Ware in Berlin-Lichtenberg gut bellen konnte.

Kunststoff im November