Archiv der Kategorie: oben/unten

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Theckeliade (II)

Urs Theckel über: Geld (und Geist)

Aufgezeichnet von Kurt Scheel

Geld. Ein gutes Thema, durchaus. Indes: ein weites, ein zu weites Feld, mit Fontane zu sprechen. Ich möchte das Thema daher einfrieden auf den Aspekt, dessen ich kundig bin: Geld und Geist. Gegensätze, so scheint es auf den ersten Blick, gibt es größere Gegensätze? Den von Geist und Macht vielleicht? Keineswegs, hat doch schon Machiavell in „Il principe“ gezeigt, dass der geistige Mensch – der Künstler, der Intellektuelle – dem Machtmenschen ein Partner im ursprünglichen, im besten Sinne sein kann, „pars“ eben, Teil von seinem Teil, Blut von seinem Blute. Und war nicht auch, Thomas Mann hat es unvergleichlich erfasst und gestaltet, A. Hitler unser „Bruder“ insofern, als das Unbedingte, das Drängende, das Aufs-Ganze-Gehen seiner Politik – die insgesamt, wie wir alle wissen, verheerend und verhängnisvoll war, daran sollte auch die AfD nicht deuteln! – ein Pendant zum inneren Gesetz wahren Künstlertums darstellte? Eine Frage nur, die freilich in diesem zutiefst gespaltenen Deutschland den Anwürfen politisch korrekter Meinungsmacher kaum wird entgehen können, shitstorm 2.0, wie es in deren deplorablem Jargon heißt.

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Obenuntentagebuch

Yvonne Zeich

Ein Leserbrief aus Bad Endorf: „Diejenigen, die beim Vaterunser auf einer wörtlichen Übersetzung beharren, müssen eigentlich auch bereits den ersten Satz des Vaterunser, wo es heißt: „… der Du bist im Himmel“, infrage stellen. Laut der Übersetzung aus dem Altgriechischen: „… en tois ouranois“, müsste es heißen: in den Himmeln, in den Lüften. Damit soll vermittelt werden, dass Gott nicht in einem fernen himmlischen Ort thront, sondern überall da ist, was auch dem hebräischen Wort Jahwe für Gott – ich bin das Sein – entspricht. Hier wäre eine getreue Übersetzung höchst notwendig und sinnvoll, wenn auch für eine klerikal bestimmte Kirche äußerst unbequem.
Jesus selbst hatte immer wieder deutlich gemacht, dass das Gottesreich bereits da sei und wir uns als Söhne und Töchter Gottes verstehen sollten. Deswegen hat er auch keine Gottesdienste und Hohe Priester nötig. Im bekannten Weihnachtsevangelium hat der Evangelist Lukas seine Erfahrungen mit Jesus dramatisch dargestellt. Letztlich will er uns damit auch sagen, dass unsere Welt im neuen Licht erscheint, wenn das Göttliche im Menschen wie in der ganzen Schöpfung angenommen wird. Wohl deshalb hat der Autor der frohen Botschaft Engel, Hirten und Schafe eindrucksvoll mit ins Spiel gebracht.
Dass sich in dieser Weltsicht viel verändern kann, haben viele Jesus-Nachfolger wie zum Beispiel der Heilige Franziskus eindrucksvoll bestätigt. In diesem Denken kann Frieden wachsen, und so können auch unnötige Trennwände zwischen profan und sakral wie zwischen Laien und Klerus fallen.“

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Joe Kaeser besucht das Siemens-Turbinenwerk in Görlitz und ist erschüttert

Von unserem Sonderkorrespondenten „Aufbau Ost“ Kurt Scheel direkt aus Görlitz

Kurt Scheel Herr Kaeser, Sie haben gerade das Siemens-Turbinenwerk in Görlitz besucht, und man sieht Ihnen an, dass Sie ehrlich erschüttert sind.

Joe Kaeser Ich bin ehrlich erschüttert, und ich bin auch wütend, stinksauer! Ich bin völlig falsch informiert worden! Man hat mir in der Siemens-Zentrale offenbar bewusst verschwiegen, dass dieses Werk gewinnträchtig arbeitet!

KS Also keine Schließung?

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Bitte eines SPD-Wählers an Martin Schulz

Kurt Scheel

Meine erste Präsidentschaftswahl war die zwischen Nixon und Kennedy, und sie war im Herbst 1960 ein großes Ereignis an meiner Schule, dem Gymnasium für Jungen Harburg. Ich war zwölf Jahre alt und fast der einzige in meiner Klasse, der es nicht mit Kennedy hielt, sondern mit Nixon: Man solle sich durch das blendende Aussehen Kennedys, seinen Charme usw. nicht verführen lassen, darauf komme es doch gar nicht an, jedenfalls sei Nixon als langjähriger Vizepräsident und gelernter Politiker viel besser auf das Amt vorbereitet als der Schönling und Millionärssohn aus Boston.

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Brief an Kohlhammer

Kurt Scheel

Lieber Siegfried,
die ersten Male, wenn ich vom Kedi-Sitting zurückkam, war ich immer ziemlich erschöpft: die Aufregung! Ob ich alles richtig mache, ob ich ihr ein guter Betreuer, gar Gefährte bin? Und überhaupt, nach zweieinhalb Stunden wieder wegzugehen und das arme Wesen seinem ungewissen Schicksal zu überlassen! Sicher, ihr Haus ist schön und groß, vier Ebenen, drei Küchen, fünf Bäder, alles mit indirekter Beleuchtung, quasi laktosefrei – aber spürt in solcher Fülle des Wohlwohnens ein sensibles Wesen nicht doppelt den Schmerz des Alleinseins?

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Brief an Kohlhammer

Kurt Scheel

Lieber Siegfried,

vor einigen Wochen habe ich angefangen, die Churchill-Biographie „The Last Lion“ von William Manchester zu lesen, Ulrike hatte sie mitgebracht vom Büchertisch im Flur ihres Hauses; ich gucke mal rein, dachte ich gutmütig, aber es wird mir ja sowieso zu anstrengend sein im Original, also was soll’s. Und nun hat sich herausgestellt, dass es sich sehr einfach und flott liest, und da ich ja sowieso ein Churchill-Verehrer bin („My Early Life“ ist eine brillante Autobiographie!), könnte es sein, dass ich diese 1400 sehr engbedruckten Seiten auch noch wegschnabulieren muss, wie und wann soll das alles bloß enden?! Zum Beginn des großen Unterfangens aber habe ich mir eine kleine, humoristische Geschichte ausgedacht, die in der Tiefenstruktur eine Liebeserklärung an England ist (UND gleichzeitig eine Reflexion über Pleonasmus und Tautologie!), vielleicht wird sie Dich erheitern. –

Wie pervers und ungebildet ist die englische Oberklasse wirklich?! Ein Nachtrag zum Brexit

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Oben und unten

Michael Rutschky

Montag, 23. Oktober 17
Männer der Oberklasse trinken regelmäßig mehr Alkohol als Männer in der Mitte und unten, referiert dpa eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg: Oben 70 Prozent, in der Mitte 58 Prozent, unten 49 Prozent. Der Konsum von Wein und Cognac verleiht Sozialprestige, an dem der Oberklasse mehr liegt als den Leuten weiter unten.
Dass sich die Unterklassen um den Verstand saufen, um sich über ihre Lage zu betäuben, zweifelt der Soziologe, diese Erkenntnis gehört al

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