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Schema? Erklärung!

Schein und Wirklichkeit

Michael Rutschky

Christiane Spangenberg, freie Kuratorin, präsentiert Kunstwerke, die keine sind, sondern nur so ausschauen, als wären es welche (Schein). Bei den Künstlern handelt es sich bislang um Dirk Bickel, der als Maler, und Rosemarie Cieslak, die als Bildhauerin gelten muss; Jane Gerhardt arbeitet ausschließlich mit Naturgebilden („no hands“), William Iser mit Texten unter dem Aspekt ihrer Bildhaftigkeit, Körperlichkeit. Versteht sich, dass diese Künstler nur zum Schein, nicht in Wirklichkeit existieren. Das gilt auch für ihre Kuratorin.

Der junge Mann / der alte Mann

Michael Rutschky

einst-jetzt-1

Dies ist der Fall, anhand dessen das Schema einst/jetzt die größte Plausibilität gewinnt, der individuelle Lebenslauf. Der alte Mann, den Sie unten sehen (jetzt), sah einmal so aus, wie der junge Mann oben (einst), und es besteht kein Zweifel, wer besser aussieht, nicht wahr. Einst war man hübsch und cool, jetzt ist man „uffjedunsen“ (Max Goldt) und hat Tränen in den Augen vor Wut (wenn man das Bild des jungen Mannes, der man einst war, betrachtet). Was von einst nach jetzt abrollt, das ist ein Prozess des Verfalls, der im Tod der Person endet, womit der individuelle Lebenslauf abschließt. Wenn der Tod eintritt, wird der individuelle Verfall so weit fortgeschritten sein, dass man das Ende begrüßt.

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