Pietroleum

Pietro, es ist Krieg.
Du bekamst ihn auch zu spüren,
als der Benzinpreis stieg.
Wohin soll das noch führen,
fragst Du Dich beim Tanken
Deines SUVs,
zeigst ein Foto von dem kranken
Preis, der Dir sauer aufstieß.
„Unverschämt“ fällt Dir dazu ein.
Doch was sein muss, muss sein.
Es hilft kein Meckern und Grollen,
das Auto muss rollen,
die Show weitergehen,
Dein Team will Dich sehen
von Karlsruhe bis Spree-Athen.
Du singst nicht von Frieden,
rappst nicht zu Kriegen.
Was könntest Du auch sagen?
Die Weltlage beklagen?
Das käme Dir vielleicht komisch vor.
Schließlich bist Du nicht der Terminator
und der hat bereits gesprochen
zu Putins Gräueltaten der letzen Wochen.
Was solltest Du schon singen
zu den Verbrechen eines Wahnsinnigen?
Rappen über Schuld und Sühne
mit Deinem Käppchen auf der Bühne?
Das würde auch nichts verändern
in Ländern,
wo Dich keiner kennt oder versteht.
Und wie man die Sache auch dreht:
So lange sich am Menschen nichts verändert,
sich durch den Menschen auch nichts ändert.
So lang bleibt alles eitler Schein.
Die Welt mag eine Bühne sein,
doch Deine Bühne, Pietro,
ist nicht die Welt.
Immerhin, sie bringt Dir Geld
für das Benzin.
Und das bereichert dann Putin.
Wie ist das alles nur verzwickt
und unbeschreiblich dumm.
Ich nehm‘ es Dir nicht krumm,
Pietroleum.