Pietroptimist

Pietro, das Jahr fängt doch beschissen an,
Virus, Putin und Vulkan.
Bei Dir ist auch nicht alles schön,
könntest selber explodieren.
Pietro, Dein Mercedes aua,
Scheibenschaden und Du sauer,
schimpfst wie Rohrspatz
über diesen Fatz-
ke, Fischkopp, fiese Möpp,
Hundsfott, Blödmann, Depp.
Doch dann Du gleich reflektiert,
vielleicht wurde er verführt,
oder fehlgeleitet,
oder war’s ein Stein mit Eigenleben?
So bist Du eben.
Dann schon wieder was passiert,
ein Fan gestorben, Du schockiert,
die Rollstuhl-Prinzessin
hat ins Gras gebissen.
Du reagierst ganz sweet,
mit Insta-Post, ihr singt Dein Lied.
So bist Du eben,
Fans sind Dein Leben,
Schlechte Nachricht Nr. 3:
Deine Ex-Frau fühlt sich frei,
heißt jetzt nicht mehr Lombardei,
Du bleibst cool, verständnisvoll.
So bist Du eben,
siehst das Gute im Leben.
Meldung zwei von Sarah:
Sie kommt mit After-Baby-Body klar,
während Dich die Pfunde plagen.
Plötzlich kommt Dir in den Sinn:
Wer Dich liebt,
liebt Dich auch mit Doppelkinn.
Der neue Pietro,
nach Depression fast weise schon.
Gutes denken, Gutes tun!
Jetzt hilfst Du auch in Afrika,
genauer in Tansania,
unrühmlich bekannt
als Corona-Leugner-Land.
Du eröffnest dort zum Wohle
eine neue Musikschule
und nach Spa und Sonnen
vielleicht noch einen Brunnen
für die Menschen und ihr Vieh?
Sag‘ auch was zur Pandemie!
Damit rettest Du zig Leben,
denn so bist Du eben:
weniger nehmen, mehr geben.
Nun was Lustiges geschehen!
Fans von Foto irritiert.
Sie dachten Du wärst konvertiert
zum Islam und feierst wild.
Doch das warst nicht Du im Bild.
Ähnlichkeiten siehst Du schon.
Du bekennst: Islam, tolle Religion.
Diese Haltung, offen, tolerant,
den Menschen zugewandt,
selten, siehe Ostdeutschland.
Pietro, bist nicht mehr der Depressive,
siehst immer auch das Positive.
Vielleicht bist Du bereits Buddhist?
Auf jeden Fall:
Pietroptimist.