Kranker Tag

Sankt Neff

Der Himmel hatte Mundgeruch,
und ich roch auch nicht besser.
Ein Tag wie ein verdammter Fluch,
ich stumpf wie stumpfes Messer.

Wie Falschgeld lief ich durch die Stadt,
ganz ohne Ziel und Pläne,
erreichte den Kanal sehr matt.
Und auf dem Wasser: Schwäne.

Ich setzte mich vors Krankenhaus
und sah ein paar Patienten.
Sie rauchten volle Kraft voraus,
ihr Rauch zog zu den Enten.

Auch mich zogs zu den Enten hin,
die still und stetig kreisten.
Ihr Kreisen hatte keinen Sinn
– wie das der allermeisten.

Den Enten, Schwänen war es gleich.
Sie taten, was sie taten.
Sehr vorbildlich und segensreich
für mich, den Desolaten.

So ging er hin, der kranke Tag,
ich blieb noch am Kanal.
Es senkte sich die Nacht opak
– der Rest war dann egal.

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