Von der Haßliebe

Sankt Neff

Du schmerzt mich wie der Gallenstein der Weisen.
Du bist der Arsch und Nabel meiner Welt,
und aus dem Glashaus wirfst du heiße Eisen
nach mir, der dich für Pech und Frevel hält.

Du rufst mich nachts im Wald vor lauter Bäumen,
bis Marmor, Stein und jedes Bild zerbricht.
In meinen Träumen sehe ich dich schäumen,
seh deinen Mund, der Blaues mir verspricht

vom Himmel hoch, der hängt mal voller Geigen,
dann bist du wieder Taube auf dem Dach.
Den Spatz in meiner Hand bringst du zum Schweigen.
Auf unsre Liebe reimt sich Ach und Krach.

Du liegst mir wie ein Klotz am Bein im Magen.
Du bist nicht Fisch, nicht Cholera, bist Pest.
Ich muß dir klippundkloßbrühklar mal sagen:
Du gibst mir schwer zu denken und den Rest.

Du tust nicht gut, du fügst mir Wunden, Schrammen.
Du fährst mir übern Mund mit einem Kuß.
Mein Herz schlägt laut und schlägt dich gleich zusammen:
Du bist für mich der Bosheit letzter Schluß.

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