Gesund oder krank

Yvonne Zeich

Ein Leserbrief aus Eggenfelden: „Wenn man im fortgeschrittenen Alter einige Kilo zu viel auf die Waage bringt, braucht man gar nicht mehr zum Arzt zu gehen, Aufgrund seines Gewichtes ist man an jeglichem Leiden selbst schuld. Es gibt Personen, die in ihrem Leben Wichtigeres zu tun hatten, als ihren Body zu stylen. Selbst wenn bei Vorsorgeuntersuchungen das Blutbild in Ordnung und man leistungsfähig ist, wird man auf seinen BMI reduziert. Von seiner Größe hängen die infrage kommenden Krankheiten ab. Sollten die Humanmediziner heute besser mit Maßband und Waage statt mit Stethoskop dargestellt werden? Gehe ich mit meinem Kater zum Tierarzt, untersucht er, ob das Tier vital ist, ob Fell und Schleimhaut in Ordnung sind. Immer fragt er, ob das Tier frisst. Sagt man als Mensch, man esse mit Appetit und Freude, dann ist das gleich schon pathogen. Sind Tierärzte heute besser ausgebildet als Humanmediziner?“

Ein Leserbrief aus Heidelberg: „Eine Alternative zu Zucker ist Xylith beziehungsweise Erythrit. Beides sind Naturprodukte, die der Körper nicht verstoffwechselt. Xylith ist zahnschmelzaufbauend (!) und findet Verwendung in Zahnpasta und Kaugummi. Alle Süßigkeiten der Welt könnten Zähne stärken und würden nicht dick machen, wenn, ja wenn die Zuckerindustrie nicht wäre. Es lebe der Konjunktiv! Verkauft werden diese Zuckerersatzprodukte zurzeit als ‚Xucker‘ und sie sind (noch) relativ teuer.
Chemisch gesehen gehören Xylith, Erythrit und Sorbit zu den Mehrfachalkoholen, die in großen Mengen abführend wirken und nur die funktionelle Gruppe in der Formel mit dem mit dem berauschenden Trinkalkohol gemein haben. Sorbit ist ein natürlicher Bestandteil von Trockenpflaumen, die bei Verstopfung helfen. Alle Mehrfachalkohole schmecken süß.“

Ein Leserbrief aus Prien: „Es ist zu begrüßen, dass sich wieder einmal Wissenschaftler mit Zahnhygiene befassen. Doch diese Forschungen sind im Vergleich zu Untersuchungen bezüglich der restaurativen Zahnheilkunde verschwindend wenig. Warum wohl? Die Antwort wäre: Wer einmal in 24 Stunden den Bakterienfilm zu 100 Prozent von seinen Zähnen entfernt, bekommt weder Karies noch Parodontitis. Diese wären auf diesem Wege weitgehend besiegt.
Eine perfekte Zahnpflege kann jeder lernen. Zahnhygieniker und Zahnhygienikerinnen leisten die dafür notwendige Hilfestellung. Und ich weiß aus meiner Praxis, wie groß das Interesse daran ist, dem Bohrer zu entgehen und ein Leben lang gesunde Zähne zu haben. Allein das ist Motivation für eine perfekte Zahnpflege. Für alles Mögliche haben wir Richtlinien, Regeln, Sicherheitsvorschriften, nur bei der Mundhygiene nicht? Das scheitert schon daran, dass wir Zahnärzte für Reparatur und Ersetzen viel mehr Honorar erhalten als für eine lege artis durchgeführte professionelle Zahnreinigung. Und gänzlich unwirtschaftlich wird es, wenn wir uns Zeit nehmen für ein ausführliches Beratungsgespräch. Daran krankt leider das gesamte Gesundheitssystem.“

Advertisements