Organisch oder anorganisch VII

Sandra Kellein

Ein kleines Raumschiff oder eine neue Plage, ein mutiertes Gurkengewächs oder ein echter Body-Snatcher? Etwas, das die heile Welt vorm Schöneberger Standesamt aus einem der dreihundert Meter weiter angrenzenden Schrebergärten entwichen, als neue Art überfluten will. Man wird doch ständig gewarnt, was einen alles aus dem Gleichgewicht zu bringen droht, fand Autorin K. alltags, für all den verordneten Frohsinn und die viele Hoffnung wären solche Stacheln jedoch ein guter Transmitter. Gegen die viel zu vielen hohen, oft zu engen Schuhe und den gesellschaftlichen Druck, gegen den Männer früher mit stützenden Bauchbinden und Frack mehr Haltung ertrotzen konnten. Der Lächelzwang beim normalen Hochzeits-Ritual ist dagegen unvermindert weiter gefragt, auch der eine, gut gebuchte und mit dem Hochzeitsmarsch beschäftigte Akkordeonist. Interessant und liebenswert wird es vielleicht erst, wenn etwas schief geht. Die von einer Event-Agentur gebuchten weißen Tauben nicht synchron starten wollen, ein Brautschleier ganz altmodisch reißt. Oder diese Verlegenheit, diese Verlegenheit, die einfach nicht weicht. An den Rest erinnern wir uns später weniger. Da ist alles schon verdaut.

oa7

Advertisements