Organisch oder anorganisch II

Sandra Kellein

So ein Reichtum, dachte Autorin K., donnerstags an Berlins Schöneberger Standesamt im Vorbeigehen, nachdem eine Stretch-Limo und dann noch eine und auch die uniformierte Jagdgesellschaft hupend und jubelnd das Terrain verlassen hatten. Und all diese Liebe, die aus Aluminium in Herzform gestanzt eher symbolisch liegen blieb und nicht einfach weichen will. Eine Symbolik, die nicht so verrottet, direkt neben den nahrhaften und leicht kompostierbaren Relikten leerer Baumsamen und Fruchthüllen vom letzten Herbst, aus dem Park nebenan, herüber geweht. Das alles auch weiterhin, selbst wenn der Sitz der Seele heutzutage im Gehirn angekommen sein soll. Was ist da die eine Kippe mehr, in all der Euphorie. Vier Meter weiter wartet manchmal schon die nächst terminierte Braut, etwas einer Bonboniere ähnelnd, in anderen oder noch sozusagen normalen Umständen, mit aufsteigenden, rosa Luftballons, einen Moment gegen eventuellen Müll der Zukunft gewappnet.

muell_kellein

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