Reiselust

Sandra Kellein

Eine der ausufernden Installationsmoden, dachte Autorin K. am Mittwochvormittag zunächst eher lapidar und en passant, an einer der vielen Hauptverkehrsstraßen der großen Stadt. Kulturelle Zwischennutzung oder etwa ein Objet trouvé – und das recht voluminös. Bald würden an dieser alltäglichen Ecke mehr Touristen und noch mehr Getränke to go folgen, mitsamt Performance als Prêt-à-porter. Die Immobilienhändler waren allerdings lange vorher da gewesen, um völlig normalen Geschäften nachzugehen. Und dann, dank eines Zettels ein Schaufenster weiter, kam ihr die Erkenntnis, dass es sich um eine ganz alltägliche Metamorphose handeln musste, nämlich die von einem Reisebüro zu einem künftigen Kosmetikstudio. Wahre Reisen finden auch immer noch im Kopf statt. Kaum eine Kunst, aber mitten im Leben.

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