Im Wald vor lauter Bäumen

Dirk Glücksberg

wald

Der Mai, die Sonne, das Bier, die Rinnsale – hier auf dem Grünen Hügel in Recklinghausen.

Der Wald ist immer schöner als vier Wände aus Plastik. Also trabt der Schritt dort in den Wald, wo die Drei bereits an den Bäumen stehen.
Wären da nicht die zwei Security-Bomberjacken, wäre es nicht unangenehm. Aber die haben zu tun mit den betrunkenen Kindern, die viel zu laut und viel zu bekloppt waren.

Zu den Dreien: „Hey, habt ihr die schwarzen Scherriffs nicht gesehen?“
Der Chor: „Ne, aber jetzt ist es eh zu spät.“

Stimmt. Es rinnt. Danach, im Weggehen kommen die Bomberjacken: eine Frau wie ein Mann – und ein Mann mit Mitbringseln aus der Muckibude.

„So ne Sauerei! Überall sind hier Toiletten, allein auf der Wiese zehn Stück!“
Der Chor: „Haben wir nicht gesehen. Nur die eine dort, aber davor war ne lange Schlange.“
„Dann müsste eben warten wie alle anderen auch. Wenn einer anfängt, sind se alle hinterher hier im Wald!“
Der Chor: „Stimmt, war blöd von uns. Kommt nie mehr vor.“
Bomberjack: „Ihr könnt froh sein, dass wirs sind – und nicht die vonner Stadt! Die würden euch jetzt zur Kasse beten.“
Der Chor betet: „Tut uns wirklich Leid. Kommt nimmer vor.“
Sartyr 1: „Können Sie die Toiletten beim nächsten Mal nicht besser ausschildern?“
Bomberjackeline bös, diktatorisch: „Übersehen kann man se gar nicht!“
Sartyr 2: „Oder stellen se die Toiletten doch einfach hier innen Wald.
Übersehen kann man se hier gar nicht.“

Der Chor höhnt. Die Bomberjacken wutschnaubend ab. Der Chor ab.

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